Lengfeld befand sich im fränkischen Grabfeldgau. Um das Jahr 800 erhielt Fulda durch Schenkungen Besitz in Lengfeld. Später wurde der Ort hennebergisch. Durch eine Besitzteilung kam Lengfeld mit Landbesitz 1274 an die Aschacher Linie. Der gegründete Colligialstift Schmalkalden wurde mit Ländereien und Gefällen zu Lengfeld ausgestattet. Mit dem Tod von Graf Georg Ernst von Henneberg 1583 starb die hennebergisch-schleusinger Linie aus. Durch eine Schuldverschreibung kam Lengfeld zunächst unter wettinisch-sächsische Verwaltung. Durch Teilung der hennebergischen Lande 1660 fiel Lengfeld an Altenburg, 1672 dann an Gotha und 1680 an Herzog Heinrich von Sachsen-Römhild.

oben: Landkarte von 1740. Es ist der Grenzverlauf des "Amt Themar" zu sehen.(Langefeld = Lengfeld)

 

beide Bilder rechts: Als stumme Zeitzeugen findet man auf der Burg, auf dem Katzenberg und auch auf dem Apfelberg noch Grenzsteine, die früher die Grenze zwischen dem Königreich Preußen "KP"(oberes Bild, rechter Stein) und dem Herzogtum Meiningen "HM" (unteres Bild, rechter Stein) markiert haben. Der linke Grenzstein markiert die Grenze des ehemaligen "Amt Themar". Er trägt die Inschrift "A.T." und "1746".

Nach dessen Tod 1710 entstandenen Erbstreitigkeiten. In deren Verlauf kam 1714 Lengfeld in den gemeinsamen Besitz der Häuser von Gotha und von Coburg-Saalfeld. Durch Tausch gelangte 1805 Coburg-Saalfeld in den vollen Besitz. 1826 kam Lengfeld an Sachsen-Meiningen, 1829-69 gehörte Lengfeld zum Verwaltungsamt Römhild. Ab 1868 war Lengfeld Teil des Kreises Hildburghausen, 1920 weiterhin Teil des Landes Thüringen. 1922 wurde der Kreis Hildburghausen Landkreis.
1949 mit der Gründung der DDR und 1952 mit Neugründung des Bezirkes Suhl wurde Lengfeld Teil dieser. Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten kommt Lengfeld 1990 abermals zum wiedergegründeten Land Thüringen, dem heutigen Freistaat Thüringen.

(nach der Chronik von Lengfeld)

Die Bezeichnung "Burg" für den Berg, der sich hinter Lengfeld erhebt, wenn man aus Richtung Themar kommend zum Dorf hin blickt, stammt höchstwahrscheinlich aus Zeiten vermehrter Kriege und Raubzüge im Mittelalter. Auf dem Berg könnte eine "Fliehburg" eingerichtet gewesen sein. Drohte dem Dorf Gefahr durch Kriege und Plünderungen, zogen sich die Dorfbewohner mit Hab und Gut auf diesen Berg zurück. Der dort angelegte Burggraben bot zusätzlichen Schutz, falls das Versteck der Dorfbewohner doch entdeckt wurde. Im Innenbereich könnten Möglichkeiten zur Unterbringung der Dorfbewohner, von Vieh und Vorräten bestanden haben. Wurde die Lage im Dorf als wieder sicher erachtet, zogen die Einwohner hinunter ins Dorf in ihre Häuser zurück, denn die Vorräte auf der Burg waren nicht unbegrenzt und die Feldarbeit mußte auch fortgeführt werden.

(dem Sinn nach entnommen aus dem Buch "Das Traugöttle" von Traugott Erich Abeßer)

Weitere Informationen über die Geschichte unserer Heimat finden Sie auf der Internetseite www.deutsche-schutzgebiete.de und speziell auf den Unterseiten: http://www.deutsche-schutzgebiete.de/thueringische_staaten.htm und:http://www.deutsche-schutzgebiete.de/herzogtum_sachsen-meiningen.htm